Tag 13: Flamingos am Morgen

Frühmorgendliche Vogelbeobachtung

Boh, heute sind wir mal die ersten am Frühstücksbüffet! Um 7 Uhr stehen wir auf der Matte. Wir wollen uns heute nämlich die Flamingos anschauen, die man früh morgens an einem Strand einige Kilometer südlich von Agadir bestaunen können soll. Um zwanzig vor acht gucken wir uns ein gelbes Taxi aus und fragen nach dem Preis. Als wir bei 60 Dirham brüskiert reagieren, geht der Fahrer auf 50 runter. Immer noch zuviel, aber da wir schon so früh aufgestanden sind, sollten wir das jetzt auch durchziehen.

Ich steige vorne ein, und unser Chauffeur schließt die Beifahrertür für mich; nur er kennt den Trick, mit dem man die Tür überlisten kann, so dass sie nicht sofort wieder aufspringt. Die rechte hintere Tür muß sogar festgehalten werden, damit sie sich nicht vom Rest des Wagens verabschiedet! Was für ein Mörder-Benz, in dem wir da sitzen! dass der noch fährt! Aber der Motor ist wahrscheinlich das einzige, was in diesem Gefährt keine offensichtlichen Mängel aufweist.

Entgegen unserer Befürchtungen hält der Wagen bis zum Flamingo-Strand durch. Der Fahrer muß uns allerdings in einem Wäldchen einige hundert Meter vorher aussteigen lassen. Na, wenn wir hier man richtig sind! Nachher stehen wir in der Pampa und kommen nicht wieder zurück! Wir marschieren los Richtung Strand. Eine ganz schöne Waterei ist das; das Gelände ist teilweise sumpfig, und ein kleiner Bach zieht sich hindurch. Wir müssen erst eine Stelle finden, an der wir ihn überqueren können. Endlich haben wir's geschafft; vor uns beginnt der weite Atlantik, und weit vor uns können wir die Flamingos erkennen. Näher kommen wir aber nicht heran, dazu ist der Strand viel zu matschig. Schade, wir hatten uns davon irgendwie mehr versprochen.

Per pedes machen wir uns auf den Weg zurück nach Agadir, immer den Strand entlang. Dabei sehen wir nahezu entsetzt, wie verunstaltet er schon ist. Überall liegt Müll herum - Dreck ohne Ende! Einige Einheimische zelten auf eine Düne, und vor ihnen stapeln sich die Reste ihres Konsumrausches. Wir verstehen nicht, dass die Marokkaner das offensichtlich so wenig interessiert und überhaupt nicht stört.

Um zehn Uhr liegen wir schon wieder am Pool. So langsam sind wir froh, wenn es wieder nach Hause geht. Die eine Woche Badeaufenthalt hier in Agadir werden wir wohl nicht weiterempfehlen. Dazu haben uns die Einheimischen zu sehr genervt, und vom Hotel sind wir auch enttäuscht (wir wissen jetzt, dass man sich nicht von blühenden Gärten eines Hotels, das "schön angelegt" ist, blenden lassen darf).

Am Nachmittag besuchen wir im Hotel eine Werbe- und Verkaufsveranstaltung für Wolldecken (!). Klingt ungewöhnlich in dieser Gegend. Aber der Mann, der die Veranstaltung durchführt, erklärt uns, dass das in den ausländischen Urlaubsorten immer noch billiger ist als Werbung in Deutschland!

Apropos: Die Nächte hier sind tatsächlich empfindlich kühl. In sämtlichen Hotels während der Rundreise und auch hier im Les Almohades sind die Betten mit einem dünnen Laken und zusätzlich einer Wolldecke ausgerüstet. Birgit findet es zwar übertrieben, aber ich mummele mich meistens in die Decke ein...

Nach dem Abendessen um 20 Uhr gehen wir noch einen Cappuccino trinken und freuen uns auf morgen, unseren letzten ganzen Urlaubstag!

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