Tag 11: "Schmeckt doch gut!"
Kleiner Stadtrundgang
Auf dem Rückweg zum Hotel setzen wir uns auf die sehr grüne Terrasse eines Cafés und bestellen Pfefferminztee. Das erste Glas schmeckt noch sehr gut, aber beim zweiten ist der Tee schon zu sehr durchgezogen und sehr bitter.
Birgit ärgert sich ein bißchen, dass sie in Fes nicht zugeschlagen und das Berber-Tee-Service gekauft hat. Deshalb möchte sie sich noch etwas umschauen nach einem vernünftigen Souvenir. Wir fragen also den Ansprechpartner unseres Reiseveranstalters air marin nach einer Ausstellung, von der während der Stadtrundfahrt die Rede war. Wir lassen uns auf dem Stadtplan zeigen, wo sie sein soll, und strumpeln los.
Es ist weiter, als wir dachten, und wir kommen durch Stadtteile, die wir eigentlich meiden wollten. Uns ist doch etwas mulmig, als wir die belebten, touristisch geprägten Straßen verlassen und in eine etwas ruhigere Gegend kommen. Überall liegt Müll und Schutt herum. Auf dem "Bürgersteig", der seinen Namen kaum verdient hat, räkeln sich einige tote Fischreste in der heißen Mittagssonne. Einige Kinder kommen auf uns zu und betteln. Als wir sie abwimmeln, bewerfen sie uns mit Sand! Dreiste Blagen, das!
Hier müsste es sein, denken wir uns an einer Straßenecke. Die Adresse stimmt, aber nichts weist auf einen Laden oder eine Ausstellung hin. Hm. Da uns sowieso nicht ganz wohl ist hier in dieser Gegend, winken wir das nächste Taxi heran - ein blaues reicht für uns und die Entfernung. Dazu muß man wissen: Es gibt zwei Arten von Taxis in Agadir. Die kleinen, blauen fahren nur innerhalb der Stadt gegen einen relativ festen Preis. Die großen, gelben machen längere Fahrten bis hin zu anderen Städten. Allerdings muß der Wagen voll sein und der Preis vorher ausgehandelt werden.
Wir steigen in das alte Schätzchen, und ich frage den Fahrer, wieviel es bis zum Hotel Les Almohades kostet. "20 Dirham", antwort der Fahrer. Ich nicke, und wir brausen los. Das Auto hat schon so einiges mitgemacht; bei uns würde kaum noch einer damit fahren wollen. Das Innere sieht aus, als ob wütende Hunde sich darüber hergemacht hätten. Aber hier scheinen fast alle Autos in solch einem Zustand zu sein.
Den Nachmittag verbringen wir zunächst wieder am Pool, gehen dann aber doch zum Strand, um uns auch dort mal in die Sonne zu legen. Hier weht ein recht frischer Wind, und man will uns schon wieder etwas andrehen, was wir nicht haben wollen: Decken. Als der Händler weg ist, denken wir uns, dass man eigentlich eine hätte nehmen können. Die Decken waren nämlich wirklich billig und praktisch. Aber wir sind schon so negativ eingestellt gegenüber den aufdringlichen Einheimischen, dass die Reaktion zwangsläufig war. Wir gönnen uns noch einen kleinen Snack in einer Snackbar, dann kehren wir zum "richtigen" Abendessen ins Hotel zurück.
Wir müssen wieder warten, bis wir Platz nehmen können. Anschließend wählen wir unser Drei-Gänge-Menü und legen los. Heinz und Sabine sind mal wieder gar nicht begeistert. Mir schmeckt's allerdings. "Schmeckt doch gut!" sage ich. "Ja, du hast ja auch einen Kuh-Magen!" erwidert Heinz.
Nach dem Essen kehren wir erneut in der Cocktailbar des Agadir Beach Club ein, der sich für uns zur Hauptattraktion für die Abende entwickelt hat. Aber wir wollen auch noch etwas anderes sehen. In der Nähe unseres Hotels finden wir dann das Restaurant "Warsteiner", wo wir dann zum Abschluss - na, was wohl? - ein kühles Pils trinken...