Tag 25: Goodbye, Canada!

Ab nach Hause

Heute geht es zurück nach Deutschland; der letzte Tag unseres erlebnisreichen Urlaubs in Kanada ist angebrochen. Ich bin froh, dass an mir noch alles dran ist, denn mitten in der Nacht bin ich plötzlich aufgewacht und habe gedacht: Was ist das da für ein gummiartiges Teil, das da an deinem Körper hängt?

Ich habe mich richtig erschrocken, als ich merkte, dass es mein total eingeschlafener Arm war. Mann, war das ein komisches Gefühl! Richtig erschreckend, das! Ich habe ihn sofort durchgeschüttelt, aber zuerst wollte er mir überhaupt nicht gehorchen. Doch dann schoß das Blut in die Adern, und ein herrliches Prickeln durchzog meinen ganzen Arm. Dann konnte ich wieder in Ruhe einschlafen.

Birgits Koffer wehrt sich heftig gegen den Versuch, ihn mit den Reiseutensilien vollzustopfen. Ich packe ihn noch einmal aus und stapele die Klamotten auf meine Weise - jetzt geht's!

In der Hotelhalle lassen wir uns durch die Concierge unseren Rückflug, der erst heute abend um 20 Uhr sein wird, vom Flughafen bestätigen. Hier bekommen wir auch, für einen Preis von 9 Dollar pro Person, Tickets für den Airporter, den Flughafen-Shuttlebus, der alle halbe Stunde das Hotel anfährt.

Unser Frühstück fällt heute etwas spät und spärlich aus. Wir verlassen das Hotel ohne Nahrungsaufnahme und genehmigen uns stattdessen gegen halb zwölf in Starbucks Coffee einen Latte und riesige Muffins, die Birgit so schätzen gelernt hat. Nach langem Zögern kauft sich Birgit dann in einem Souvenirladen an der Robson Street einen kuschelig weichen Stoff-Winni-Puh und wird so ihre restlichen Reiseschecks los. Wir haben jetzt nur noch etwas mehr als einen Dollar Bargeld. Aber das macht ja nichts, sagen wir uns, wo doch überall Kreditkarten akzeptiert werden!

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, einmal Dim Sum zu essen, aber jetzt haben wir nicht so recht Hunger und gehen statt dessen noch ein bißchen im Pacific Mall Centre in Sachen Souvenirs shoppen. Hier meldet sich der Hunger doch, und wir begeben uns in's Kellergeschoß, wo es zahllose Imbisse, meistens Schnellchinesen, gibt. Aber es ist wie verhext. Auf einmal will keiner die Kreditkarte akzeptieren! Einige nehmen Traveler Cheques gerne, andere nur Cash! Jetzt bin ich aber echt sauer. Uns hier so zu veräppeln, und das am letzten Tag. Für unser letztes Bargeld bekommen wir wenigstens noch eine Cola. Einen Dollar 23 kostet sie. Ich reiche einen Dollar 25 über die Theke, der Asiate dahinter bedankt sich. Ich warte auf mein Rückgeld von 2 Cents, aber der Asiate komplimentiert mich mit einem weiteren, energischen Danke weg. Ist das hier etwa üblich, auf solch Kleingeld zu verzichten? Naja, soll er doch damit glücklich werden.

Uns kommt die Idee, in The Station noch einmal dieses hypergeniale Roast Chicken Sandwich zu genießen. Als wir aber dann dort ankommen, wollen die auch keine Kreditkarte haben. Haben wir denn vorher überall nur mit Reiseschecks bezahlt? Frustriert treten wir den Rückweg zum Hotel an. Dort können wir auf jeden Fall mit der Karte bezahlen, wissen wir noch vom gestrigen Frühstück her. Also setzen wir uns um 15 Uhr in das Hotelrestaurant und genehmigen uns unsere letzten Sandwiches auf kanadischem Boden - zumindest in diesem Jahr.

Um 16 Uhr wollen wir den Bus zum Flughafen nehmen, der trifft aber erst 25 Minuten später ein, mit einem total gehetzten Fahrer. Unterwegs hält er noch an einem anderen Hotel; dann ist das Fahrzeug voll, und weitere anstehende Fahrgäste werden auf den nächsten Bus verwiesen. Da ist man aber ganz schön gelackmeiert, wenn man es denn etwas eilig hat. Da bezahlt man dann doch lieber etwas mehr für ein Taxi!

Kurz nach 17 Uhr warten wir im Vancouver International Airport vor einem Schalter von Air Canada, bis wir an der Reihe sind. Die Frau am Nebenschalter winkt uns plötzlich zu sich. Doch als sie uns einchecken will, stürzt ihr Computer ab, und es dauert eine kleine Ewigkeit, bis wir unsere Koffer bei ihr los werden. Zu unserem Glück gesellt sich noch der Umstand, dass die gute Frau uns keine benachbarten Plätze geben kann, sondern nur die Empfehlung, direkt am Abflugterminal die dortigen Flugbediensteten zu fragen, ob die Platzreservierung vielleicht noch entsprechend geändert werden könne.

Auf dem Weg in die Wartehalle dürfen wir erst einmal eine Airport improvement fee von 15 Dollar zahlen. „Damit wir für Sie den Flughafen verbessern können", heißt es auf der Rückseite der Spendenquittung. Das sind ja beinahe Räubermethoden...

Die Zeit bis zum Abflug vergeht träge. Wir hängen gelangweilt in der Wartehalle des äußerst modernen und fast leeren Terminals rum, trinken noch einen letzten Latte, bis dann endlich unser Abflug-Gate auf den Monitoren bekannt gegeben wird. Dort warten wir noch eine Weile, bis endlich die ersten Flugbegleiter auftauchen. Sofort frage ich den Mann hinter dem Schalter, ob nicht doch noch zwei benachbarte Plätze aufzutreiben sind. Er erweist sich als sehr freundlich und hilfsbereit, behält unsere Bordkarten bei sich und teilt mir mit, ich solle kurz vor acht noch einmal nachfragen, dann wisse er Bescheid. Und tatsächlich, um 5 vor acht kann er mir freudestrahlend bekannt geben, dass wir jetzt so ziemlich die besten Plätze bekommen haben - eine Exit-Row: zwei Plätze nebeneinander mit Fenster, direkt an einem Notausgang, d.h. mit sehr viel Beinfreiheit.

Der Rückflug könnte nun so schön werden, würde ich nicht plötzlich - ich glaube, es liegt am Rotwein - diese verflixten Blähungen und das lästige Bauchdrücken bekommen, das mich die ganzen acht Stunden bis London quält. Eine schreckliche Erfahrung. Erst, als wir uns in London-Heathrow die Beine vertreten können, fühle ich mich besser.

Abgesehen davon ist der Flug von Vancouver nach London ziemlich ereignislos verlaufen, vielleicht etwas unruhiger als der Hinflug. Putzig ist, dass für uns die Sonne, kurz nachdem sie in Kanada so gegen halb acht hinter dem Horizont verschwunden ist, um ein Uhr nachts Vancouver-Zeit schon wieder aufgegangen ist. Man weiß dann gar nicht, welche Zeit man einstellen soll. Noch Kanada, schon London? Ich habe mich für Kanada entschieden, so dass wir also am hellichten Tag um 5 Uhr morgens in London gelandet sind.

Dieses mal klappt alles gut mit dem Anschlußflug, und in nur 50 Minuten erreichen wir Düsseldorf. Zum Schluß plagen mich aber dann doch wieder diese gräßlichen Blähungen, und hinzu kommt noch der übliche Druck auf den Ohren, den ich nach der Landung stets verspüre. Um 19 Uhr MEZ kommen wir dann glücklich, aber erschöpft zu Hause an, und werfen erst die schweren Koffer auf den Boden und dann uns aufs Bett. Deutschland hat uns wieder.

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