Tag 22: Downtown - Vancouver
Auf Schusters Rappen
Wir wollen heute nach Downtown und uns in der Innenstadt von Vancouver etwas umsehen. Dieses mal sind wir schlauer und gehen auf der Suche nach einer Bushaltestelle an der Straße von gestern in die andere Richtung, und tatsächlich, keine hundert Meter weiter finden wir als Indiz für einen Bus-Stop eine wartende Menschen-Traube.
Kaum sind wir in den sehr vollen Bus eingestiegen, versucht der Fahrer mit einem Witz, die Leute zum Nach-hinten-Durchgehen zu bewegen: Ganz hinten gebe es Icecream und leckeren Apple-Pie, teilt er über die Lautsprecher mit und erntet allgemeine Erheiterung.
Um 11 Uhr steigen wir an der Georgiastreet aus und marschieren durch die Straßen Richtung Gastown, dem ursprünglichsten Viertel von Vancouver. Zunächst erreichen wir den Lookout Tower, und ich fahre nach oben auf die Aussichtsplattform, um einige Fotos der Stadt zu machen. Wirklich imposant, wie weit sich die Stadt erstreckt. Man kann bis zu den Hochhäusern der Vororte schauen.
Auf unserem weiteren Weg kommen wir an The Station vorbei, dem S-Bahnhof für die einzige Schnellbahnlinie, die die Stadt mit den zahlreichen Vororten des Einzugsgebietes verbindet. Die Vorhalle erweckt in mir den Eindruck eines sakralen Gebäudes; es ist sehr ruhig hier, von Hektik ist nichts zu spüren. Hier gönnen wir uns als Mittagssnack in einem Café leckere Roast Chicken Sandwiches - ein wahrer Gaumenschmaus!
Unweit von The Station beginnt Gastown. Hier reihen sich viele Souvenierläden und einige Restaurants aneinander, und wir kommen gerade rechtzeitig, um die berühmte Dampfuhr pfeifen zu hören. Von den Läden sind wir mal wieder enttäuscht, finden wir doch nichts vernünftiges als Mitbringsel. Ich hätte vielleicht doch eines dieser geschnitzten Meisterwerke aus Victoria mitnehmen sollen...
Wir gehen die Waterstreet auf der linken Seite hinunter, begutachten an ihrem Ende kurz das Denkmal des Gassy Jack, nach dem der Stadtteil benannt wurde, und spazieren auf der anderen Seite wieder zurück. In der Nähe der Old Spaghetti Factory meldet sich unser Magen mit dem Hinweis, der mittägliche Snack habe ihm nicht gereicht, und so nehmen wir um 14 Uhr eine Portion Nudeln zu uns. Das Interieur des großen Restaurants ist recht interessant; inmitten der Tische steht ein Wagen der alten Straßenbahn, die seinerzeit hier fuhr.
Nach der Stärkung führen uns unsere Schritte über diverse Malls, die uns aber zum großen Teil enttäuschen, zur Robson Street, einer sehr bekannten Einkaufs- und Promenierstraße. Wir flanieren auf und ab, schauen uns etwas in den Geschäften um, und kehren dann gegen 17 Uhr mit dem Bus zum Campground zurück. Morgen müssen wir nämlich unser Wohnmobil abgeben. Das bedeutet: Kofferpacken, Saubermachen und Reste aufessen. dass ich mir dabei den Kopf an den Hängeschränken stoße, versteht sich doch von selbst.
Mit Verwunderung sehen wir, wie andere Camper ihr Wohnmobil sogar von außen waschen. Erschreckt stellen wir fest, dass laut Vertrag auch wir unser Fahrzeug von außen von grobem Schmutz befreien" müssen. Ich finde das eigentlich unverschämt und dreist von dem Vermieter - Geld wollen sie verdienen, dann können sie auch das Fahrzeug hinterher reinigen. Nun ja, wir beißen in den sauren Apfel, leihen uns einen langen Schrubber (den es in unserem Fahrzeug nicht einmal gibt!) und legen los. Eine wahre Planscherei ist das! Aber irgendwann sind wir fertig, und endlich können wir uns auf unseren letzten Wohnmobilabend einrichten.



